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Arbeitsrecht

Arbeitsgesetz

Allgemeines

Zu unseren Hauptanliegen zählen legale, zeitgemässe Arbeitsbedingungen für junge Ärztinnen und Ärzte. Deshalb kämpfen wir für die Einhaltung des Arbeitsgesetzes. Es schützt die Arbeitnehmenden durch Vorschriften über Arbeits- und Ruhezeiten sowie den Gesundheitsschutz. Schwangeren Frauen, stillenden Müttern und Jugendlichen bietet es zudem einen Sonderschutz.

Ärztinnen und Ärzte

Assistenzärztinnen und -ärzte unterstehen seit 2005 dem Arbeitsgesetz. Dies gilt immer – also selbst wenn der Betrieb, in dem sie beschäftigt sind, dem Gesetz nicht unterstellt ist.

Bei Oberärztinnen und -ärzten werden die Bestimmungen über die Arbeits- und Ruhezeiten angewendet, sofern der Arbeitgeber unter das Arbeitsgesetz fällt. Der Betrieb untersteht nur dann nicht dem Arbeitsgesetz, wenn zur kantonalen oder kommunalen Verwaltung gehört. Das Arbeitsgesetz bezieht sich deshalb in fast allen Spitälern der Schweiz auch auf die Oberärzteschaft.

Ausnahmen

Arbeitnehmende, die eine höhere leitende Tätigkeit ausüben, fallen nicht unter das Arbeitsgesetz. Entscheidend ist dabei, dass ihre Funktion weitreichende Kompetenzen in betriebswirtschaftlicher und personalrechtlicher Hinsicht beinhaltet.
Bei Fragen, z. B. auch zur nach Kanton/Arbeitsort und Arbeitgeber unterschiedlichen Entlöhnung, helfen Ihnen unsere Sektionen gerne weiter.

Arbeitszeiten

Ausgangslage

Im Frühling 2020 ist unsere dritte Studie zur beruflichen Situation der Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte erschienen. Sie zeigt, dass die meisten Missstände bei den Arbeitszeiten andauern. Die detaillierten Ergebnisse finden Sie hier.

Gemäss der Erhebung will die grosse Mehrheit der vsao-Mitglieder weniger arbeiten. 80 Prozent der Teilnehmenden wünschen sich maximal 42 anstelle der gesetzlich erlaubten 50 Stunden pro Woche. Ein Zusammenschluss von Assistenzärztinnen und -ärzten hat zur selben Zeit eine Umfrage für eine 42-Stunden-Woche lanciert, die ebenfalls ein breites Echo fand. Unsere nochmalige Mitgliederbefragung hierzu bestätigte im letzten Herbst die klare Zustimmung.

Deshalb suchen wir nun in einer Arbeitsgruppe aus Vertretungen der Sektionen, des Dachverbands sowie der Initiantinnen und Initianten der Idee für eine 42-Stunden-Woche nach Lösungen. Ziel ist es, die Arbeitszeit zu senken, indem in einem ersten Schritt die Vorgaben des Arbeitsrechts besser durchgesetzt werden und die ärztliche Weiterbildung mehr Gewicht erhält.

Ansatzpunkte

Ende April 2021 hat der Zentralvorstand die von der Arbeitsgruppe präsentierten Vorschläge geprüft und zur vertieften Abklärung freigegeben:

  • Durchsetzung der elektronischen Zeiterfassung
    Es braucht in den Spitälern flächendeckend solche Systeme, mit denen alle Mitarbeitenden ihre Arbeitszeiten und Pausen selber erfassen und kontrollieren können. Dadurch wäre es möglich, Unregelmässigkeiten und Fehler frühzeitig zu erkennen und juristisch gezielter zu intervenieren.
  • Schaffung einer Meldestelle
    Auf der Homepage des Dachverbands möchten wir ein Formular zur Verfügung stellen, das dann alle Sektionen auf ihren Webseiten verlinken. Es lässt sich online ausfüllen und dient dazu, Verstösse gegen das Arbeitsrecht und/oder die Vereinbarungen zur ärztlichen Weiterbildung zu melden. Auch mit diesem Instrument können die Arbeitszeiten und -belastung gesenkt werden.
  • Durchsetzung ärztliche Weiterbildung
    Zentral ist, die Rechte gemäss Weiterbildungsprogramm, -konzept und -vertrag einzufordern. Dazu denkt die Arbeitsgruppe über ein mehrstufiges Verfahren nach, das von Gesprächen mit den Weiterbildungs- und Klinikverantwortlichen vor Ort bis zu Anzeigen und verstärktem politischen Druck reicht.
  • Information der vsao-Mitglieder über ihre Rechte
    Zum einen handelt es sich um eine Daueraufgabe. Zum andern braucht es jedoch zusätzliche Anstrengungen – denn nur wenn die Mitglieder wissen, worauf sie Anspruch haben, und bereit sind, dies einzufordern, sind Veränderungen auf breiter Front möglich. Daher wird eine Kommunikationsoffensive vorbereitet.

Sobald weitere Einzelheiten feststehen, informieren wir Sie über unsere Kanäle darüber (Webseite, Newsletter, soziale Medien und
«vsao Journal»).

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